Leisguard von Esteve / Ecuphar

Leisguard als Immunmodulator

Mit LEISGUARD® hat ESTEVE Veterinaria ein Medikament auf den Markt gebracht, welches zur Prophylaxe der Ausbildung einer klinischen Erkrankung in Endemiegebieten und zur Behandlung im Anfangsstadium der caninen Leishmaniose geeignet ist.

Der Wirkstoff Domperidon ist ein Dopamin-Antagonist-Benzimidazol-Derivat, das Dopamin-D2-Rezeptoren auf peripherer Ebene mit antiemetischer und prokinetischer Aktivität blockiert. Er wird daher normalerweise zur Behandlung von Übelkeit eingesetzt, ein Prokinetikum, welches die gastrointestinale Motilität fördert. Durch diesen Effekt wird die Magenbewegung intensiviert und die Magenentleerung beschleunigt.

canine Leishmaniose

In Endiemieländern wie z.B. Spanien können Hunde von Sandmücken mit Leishmanien infiziert werden, doch ob und wie schwer sie an einer viszeralen Leishmaniose erkranken, hängt entscheidend von der Immunantwort des Hundes ab. Die Bildung von Antikörpern ist hier nicht protektiv, nur eine potente zellvermittelte Immunantwort (Th1) ist in der Lage, die Erreger in den Makrophagen aufzuspüren und sie zu eliminieren.

Prävention

Klinische Studien konnten nachweisen, dass LEISGUARD® bei gesunden Tieren die phagozytische Aktivität von Neutrophilen und Monozyten (Vorläuferzellen der Makrophagen) erhöht. Damit wird die zellvermittelte Immunantwort stimuliert, welche dabei hilft, das Risiko einer aktiven Leishmaniose-Erkrankung zu reduzieren.

ESTEVE empfiehlt daher, Hunde in Endemieländern mind. zweimal jährlich am besten zu Beginn und zum Ende der Mückensaison (März und Oktober) zur Prävention mit LEISGUARD® zu behandeln.

Selbstverständlich können auch bereits infizierte Hunde, die aktuell keine aktive Leishmaniose zeigen, zur Vorbeugung eine Rückfalles in Abständen mit LEISGUARD® behandelt werden.

Behandlung

Auch bei bereits infizierten und seropositiven Hunden, die sich noch in einem frühen Stadium befinden,  kann LEISGUARD® durch die Stimulierung der zellvermittelten Immunantwort helfen, das Fortschreiten der Krankheit zu bekämpfen.
Es
wurde daher auch in die Liste der Anti-Leishmania-Medikamente der aktuellen Konsensrichtlinien für die Behandlung von Hunden in Stadium I aufgenommen. Obwohl nur wenig verfügbare Informationen zur Behandlung von Hunden in Stadium I vorliegen (infiziert, negativ bis schwach positiv, keine bis nur schwache klinische Symptome), gilt es nun als eine mögliche Behandlung in diesem Stadium allein oder in Kombination mit Allopurinol. So weist LeishVet in seinen Guidelines (letzter Stand 2018) auch extra darauf hin, dass es nur für Stadium I in Betracht kommt und nicht bei weiter fortgeschrittener Erkrankung.

Nachbehandlung

Eine weitere Einsatzmöglichkeit, die inzwischen gern erwogen wird, ist die Nachbehandlung nach einer erfolgreichen leishmaniziden Behandlung, um Rezidive zu vermeiden.

Wirkung und Nebenwirkung

Ob die gewünschte Wirkung einsetzt, ist von Hund zu Hund verschieden. Denn nichts ist komplexer als das Immunsystem. Da LEISGUARD® selbst keine direkte Wirkung auf die Leishmanien hat, sondern nur eine bestimmte Immunantwort stimulieren soll, ist diese eben nach Ausbruch einer aktiven Leishmaniose (ab Stadium II) zumeist nicht mehr ausreichend, den Fortgang der Erkrankung zu stoppen.
LEISGUARD® wird von den meisten Hunden gut vertragen, bei auftretender Apathie oder Appetitmangel sollte es abgesetzt werden. Bei intakten Hündinnen kann es zu Scheinschwangerschaften führen.
Nicht bei Hunden mit eingeschränkter Leberfunktion anwenden. Am besten kurz vor dem Fressen verabreichen.

Beipackzettel

Den auf Deutsch von mir übersetzten Beipackzettel finden Sie hier als    pdf 

Domperidon

LEISGUARD® ist zwar in Deutschland zugelassen, aber zumeist nur über internationale Apotheken (Tierarzt) erhältlich. Daher weichen manche Hundebesitzer auf den Wirkstoff Domperidon als Tablette 10 mg oder Tropfen/Suspension 1 mg/ml von diversen Marken aus. Die entsprechende Dosierung finden Sie hier.

 

https://www.ecuphar.es/microsites_en/leispro/consultasonline/leispro/en/46th_AVEPA_SEVC_congress_2011.pdf


Bildnachweis: Hersteller

2 Kommentare

  1. Hallo Angelika, ich habe mal eine Frage bzgl. der Lagerung einer angebrochen Flasche, muss die in den Kühlschrank oder nicht?

    Die gleiche Frage bzgl. Glucantime, das ich noch auf Vorrat habe, muss es im Kühlschrank aufbewahrt werden?

    Ich hab beides im Abstellraum im Schrank und weiss nicht, ob es richtig ist.

    Danke und liebe Grüße
    Britta

    1. Hallo Britta,
      bei Glucantime kann man nicht geöffnete Ampullen aufbewahren, lt. Hersteller nicht über 25 Grad. Daher ist ein dunkler kühler Ort optimal.
      Bei Leisguard gibt der Hersteller natürlich die Aufbewahrung (in Originalverpackung vor Licht geschützt) für nicht geöffnete Flaschen an, ich bewahre daher geöffnete lieber in der Kühlschranktür im Umkarton auf.
      LG Angelika

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