Antibiotikum Doxycyclin

Doxycyclin richtig verabreichen

Doxycyclin ist ein Antibiotikum aus der Tetracyclin-Gruppe, das üblicherweise in der Veterinärmedizin zur Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen bei Hunden und Katzen eingesetzt wird.

Bei Hunden wird Doxycyclin auch zur Behandlung von Mikroorganismen wie z.B. Anaplasma, Borrelia, Ehrlichia, und Rickettsia eingesetzt, also gegen Krankheitserreger, die durch Zecken übertragen werden, da es eine gute Wirksamkeit gegen intrazelluläre Organismen, eine hohe Gewebegängigkeit und ein weites antimikrobielles Spektrum aufweist. Neuere Studien ergeben auch eine Behandlungsmöglichkeit bei Dirofilaria immitis (Herzwurm), wobei sich die Behandlung hier nicht gegen die Filarien selbst richtet, sondern gegen Wolbachien (gramnegative Bakterien) die parasitär in ihnen leben.
Da a
lle Tetracycline bakteriostatisch und nicht bakterizid wirken, indem sie die Proteinsynthese der Ribosomen hemmen und die Permeabilität der cytoplasmatischen Membran der anfälligen Organismen verändern, also Wachtum und Vermehrung des Erregers vermindern, aber ruhende Keime nicht abtöten, muss die Dauer der Verabreichung entsprechend des jeweiligen Mikroorganismus angepasst werden. In höherer Dosierung kann allerdings auch eine bakterizide Wirkung erreicht werden.

Bei Hunden werden etwa 75% über Kot ausgeschieden, die renale Ausscheidung von Doxycyclin beträgt bei Hunden nur 25% , und die biliäre Ausscheidung weniger als 5%. Eine Langzeittherapie mit Tetracyclinen kann zum Überwachsen von Pilzen und Bakterien führen, die für dieses Antibiotikum nicht anfällig sind.

Nebenwirkungen

Fallstudien zeigen, dass Hunde bei der Einnahme unter gastrointestinalen Beschwerden (wie z.B. Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Schleimhautentzündung, Durchfall) und Speiseröhrenentzündung leiden können.
Auch das Auftreten von Hepatopathien ist möglich (lt. Fallstudien Uni München sogar bei ca. 40% der Hunde), wobei ein Anstieg der Lebertransferasen ALT und AST beobachtet wird, sowie eine erhöhte Aktivität der alkalischen Phosphatase.

Doxycyclin sollte Welpen oder Junghunden nicht verabreicht werden, da es zu Knochenanomalien und Zahnverfärbungen führen kann.

Wechselwirkungen

Doxycyclin zeigt viele Wechselwirkungen, speziell auch zu anderen Antibiotika, bitte befragen Sie im Einzelfall Ihren Tierarzt. 

Wie einnehmen?

Um Magen-Darm-Beschwerden vorzubeugen sollte die Verabreichung zusammen mit der Nahrung erfolgen (nie auf nüchternen Magen), und die Tabletten sicher z.B. in eine Fleischtasche eingepackt / eingewickelt werden, damit sie sich nicht bereits in der Speiseröhre auflösen können. Danach wenn möglich das Trinken animieren, damit auch mögliche Reste in der Speiseröhre hinunter gespült werden.

Eine gleichzeitige Behandlung mit Antazida (z.B. Sucralfat) oder natürlichen Magenschonern wie Haferschleim oder Ulmenrinde mit ca. 2 Std Abstand zwischen den Mahlzeiten kann sinnvoll sein.

Die gleichzeitige orale Aufnahme von Calcium, Magnesium, Aluminium und Eisen kann zur Bildung schwer löslicher Verbindungen führen, und damit die Resorption des Wirkstoffes hemmen. Deshalb wird empfohlen einen Abstand von 2-3 Stunden zwischen Doxycyclin und der Aufnahme von Milchprodukten, Antazida und Nahrungsergänzungsmitteln, die diese Mineralien enthalten, einzuhalten.

Um Hepatopathien vorzubeugen, wird empfohlen, bereits während der Einnahme eine Art Leberschutz wie z.B. Mariendistel zu verabreichen.

Zubereitung:

Es gibt verschiedene Zubereitungen auf dem Markt.

So ist das für die humane Anwendung gedachte Doxycyclin-Monohydrat gastrointestinal zwar besser verträglich als das Doxycyclin-Hyclat (Ronaxan®), darf aber in Deutschland vom Tierarzt nicht verschrieben werden.

Inzwischen ist mit Doxybactin®  (auch Doxycyclin-Hyclat) ein sogenannter SmartTab mit doppelter Teilbarkeit auf dem Markt, der eine genauere Dosierung ermöglichen soll. 

Bildnachweis: Steve Buissinne auf Pixabay

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