Milteforan von Virbac

Milteforan wie einnehmen ?

Hier ein paar Tipps zur Einnahme von Milteforan (Wirkstoff Miltefosin)

Einnahme:
Sie erfolgt einmal täglich oral, also ca. alle 24 Std, mit einer Dosierung von 0,1ml/kg Körpergewicht.

Wichtig ist die tägliche Gabe, über 28 Tage, ohne Pausenintervalle. In speziellen Fällen kann die Einnahme auf 35 Tage verlängert werden. Das Gewicht des Hundes ist dabei wöchentlich zu kontrollieren und die Dosis entsprechend anzupassen.

Da Milteforan leicht schleimhautreizend ist, sollte es nie ohne Nahrung und leerem Magen verabreicht werden. Auch ist es gut, wenn es nicht direkt die Schleimhäute beim Abschlucken berührt. So kann man z.B. ein klein bisschen leckere Feuchtnahrung damit vermischen und den Hund es auffressen lassen. Dann weiß man, dass alles aufgenommen wurde, und dann erst den Rest Futter geben.

Man kann das Milteforan auch z.B.:

    • in ein Stückchen Toastbrot tränken und beide Seiten mit Leberwurst beschmieren.
    • Katzenfeuchtfutter zum Mischen nehmen, mag fast jeder Hund.
    • in kleine Hackbällchen füllen.
    • ein Stück Kindermilchschnitte mittig aufklappen und einfüllen.
    • in vegetarische Leerkapseln füllen, die sich direkt im Magen auflösen (nicht magensaftresistent),  auf Füllvolumen achten, z.B. bei Amazon, Reformhaus oder Apotheke. Es gibt auch Kapselständer, die das Befüllen leichter machen.

– Weiterhin ist zu beachten, dass während der Gabe von Milteforan keine weiteren magenbelastenden Medikamente oral gegeben werden, wie z.B. Doxycyclin.

– Auch Domperidon gegen Übelkeit, oder als Immunmodulator (Leisguard/Motillium) verschlimmert eher die Nebenwirkungen von Milteforan und sollte nicht gleichzeitig eingenommen werden.

– Sollte der Hund einige Zeit nach der Gabe erbrechen, darf keine weitere Verabreichung denselben Tag erfolgen, um Überdosierungen zu vermeiden. In dem Fall den Tag hinten an die 28 Tage anhängen.

 

Seltene mögliche Nebenwirkungen

Appetitlosigkeit:
Bei manchen Hunden stellt sich ein leichter Appetitmangel während der Gabe von Milteforan ein. Um den Appetit aufrecht zu halten, muss man füttern, was dem Hund am besten schmeckt. Hierbei ist in der Zeit alles erlaubt, ob nun Hackfleisch, Vanilleeis, Rührei, Katzenfeuchtfutter etc. Im Notfall um den Appetit anzuregen oder auch nur als Ersatzfutter eignet sich z.B. das Reconvales Tonicum Hund® .

Magenprobleme:
Manche Hunde zeigen leichte Magenprobleme wie Aufstoßen, Speicheln, Säureüberschuss etc. Diesen kann man begegnen je nach Schwere z.B. mit Haferschleim, Heilerde, Ulmenrinde, Sucrabest Granulat (Rezept Tierarzt) 2 Std. vor und/oder nach dem Fressen, oder bei stärkeren Problemen auch mit dem Wirkstoff Ranitidin (Rezept Tierarzt).

Übelkeit und Erbrechen:
In seltenen Fällen (häufiger bei gleichzeitiger NI) entwickeln Hunde ab dem 5. Tag vorübergehende Übelkeit mit Erbrechen. Dies geht normaler Weise zwar nach ein paar Tagen vorbei, sollte aber wenn es auftritt auf jeden Fall sofort behandelt werden. Der wirksamste Wirkstoff dagegen ist Maropitant (z.B. Cerenia®), welches der Tierarzt am besten als subkutane Injektion setzt. Nach ein paar Tagen ist die Übelkeit dann zumeist überwunden, wenn sich der Körper daran gewöhnt hat. Auch möglich ist der Wirkstoff Metoclopramid in flüssiger Form, der oral verabreicht wird ( Emeprid® oder MCP-Tropfen 1mg/ml).

siehe hierzu auch den Beipackzettel in deutscher Sprache hier

Druckversion siehe Print pdf


Bildnachweis: Virbac

16 Kommentare

  1. Hallo,
    Meine Hündin bekam vor kurzem auch sie Diagnose Leishmaniose. Sie bekommt Milteforan und Allopurinol. Ein Magenschutz wurde nicht verordnet, habe abe noch Pantoprazol im Haus. Ist es nicht sinnvoll,diese zusätzlich vorher zu geben? Meine Tierärztin ist sich nicht sicher,weil die Erkrankung und Behandlung hier in unserer Ecke kaum bekannt ist.

    Danke im Voraus für Ihre Antwort.
    FG V.

    1. Ein Magenschutz schadet der Leishmaniose-Behandlung nicht. Solange sich keine Magenprobleme zeigen, wie Speicheln, Lecken, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, muss man nicht unbedingt etwas machen. Und dann kann man auch Pantoprazol geben, welches den Ausstoß von Magensäure hemmt, ist aber die letzte Maßnahme, wenn nichts anderes hilft. Besser wäre jedoch erstmal zwischen den Mahlzeiten (Abstand 1-2 Std) die dann noch überschüssige Magensäure nur zu binden mit sogenannten Antazida, z.B. mit Sucralfat-Granulat.

      1. Erbrechen und Appetitlosigkeit sind definitiv ein Thema 🙁 mcp hat sie bei Bedarf. Welches Medikamente außer Pantoprazol wäre denn möglich, gibt es ein bestimmtes, was Sie raten? Ansonsten solange weiter wie die Milteforan Kur geht?

  2. Liebe Angelika,
    wir haben vor 3 Jahren eine einjährige griechische Mischlingshündin bekommen. Nach ca. 8 Wochen wurde festgestellt, dass sie Leishmaniose hat. Wir haben eine Milteforan-Kur gemacht. Danach bekam sie bis jetzt
    2 x tgl. 300 mg Allopurinol. Sie hat sich wunderbar entwickelt und ist lieb und anhänglich geworden. Alle 6 Monate wurde ein großes Blutbild gemacht. Alles ok. Wir leben nun seit 7 Monaten auf Sardinien und hier wurde sie auch wieder getestet. Leider stellte sich heraus, dass die Leishmaniose wieder ausgebrochen ist und in den Nieren und der Blase bereits Kristalle vorhanden sind. Wir haben sofort mit der Milteforan-Kur (2,5 ml/tgl.), Leisguard (Domperidon) 2,5 ml. und 2 x tgl. 300 mg Allopurinol vor 10 Tagen eingesetzt.
    Mit allen möglichen Tricks (Hackfleisch, Rührei, Katzenfutter, Leberwurst ect.) habe ich versucht ihr die Medikamente zu geben. Auf Rückfrage beim Tierarzt habe ich ihr jetzt das Milteforan und Leisguard direkt in den Rachen gespritzt. Sie frisst fast gar nichts mehr und ist durch die Zwangsmaßnahme mit Milteforan und Leisguard sehr ängstlich geworden. Auch das Allopurinol kann ich ihr nur mit vielen Tricks verabreichen. Was kann ich machen? Soll ich die Kur abbrechen?
    Gerne erwarte ich Ihre Nachricht.
    Viele Grüsse
    Rosemarie Wehrheim
    Vielen Dank
    Rosemarie Wehrheim

    1. Liebe Rosemarie, in meinem Artikel schreibe ich ja extra, dass während Milteforan KEIN Leisguard gegeben werden sollte. Das sind ja Erfahrungswerte, die ich hier weiter gebe, und es wundert mich, warum das dann trotzdem gemacht wird. Es gibt dafür überhaupt gar keine Indikation. Eine Beratung zum Absetzen von Milteforan oder dem Einsatz anderer Medikamente kann ich hier ohne die vorherigen Behandlungen im Verlauf der Erkrankung und speziell auch der aktuellen Blutwerte zu kennen, hier nicht geben. Dazu müssten Sie mich bitte direkt anschreiben.
      LG Angelika

      1. Liebe Angelika,
        vielen Dank für die Nachricht. Ich schicke Ihnen heute noch die Blutanalyse und den Befund vom Ultraschall zu. Das Leisguard habe ich bereits abgesetzt. Paula frisst jetzt nichts mehr, auch keine Leckerli.
        Viele Grüsse
        Rosemarie

  3. Ich vermute mal das die Kapsel im Magen und nicht in die Därme zurecht kommt kommen soll.Die Kapsel soll sich im Magen zersetzen können .Nicht Magensaftresistent!!

  4. Hallo Angelika, Deine Erklärungen sind sehr hilfreich – super!
    Wir haben gestern den 28. Tag geschafft – ein Glück, denn seit heute isst meine Resi gar nichts mehr und hat massive Magen/Darm Probleme. Es geht ihr wirklich sehr schlecht. Eine dringende Frage habe ich: Ich musste Kapseln nutzen und habe keine Ahnung ob diese magensaftresistent sind – oder nicht ! Warum ist das wichtig – und was sind die Folgen der falschen Kapseln ? Über eine Antwort wäre ich dankbar – macht mir gerade echt Sorgen ;-(
    Viele Grüße, Nicole

  5. Guten Tag,
    ich gebe unserem Hund seit gestern Milteforan. Die Skala zur Dosierung ist inzwischen innen auf dem Bolzen der Spritze aufgedruckt, jedoch bin ich mir unsicher, bis wohin ich die Spritze aufziehen muss um die richtige Dosis zu erkennen. Weiß jemand bis wohin ich die Markierung am Bolzen aufziehen muss, bzw wo außen mein Anhaltspunkt ist um die Messskala abzulesen?
    Vielen Dank für eine Antwort.
    Liebe Grüße

    1. Hallo Stefan, wenn Du die Spritze auf die Flasche gesetzt hast und den inneren Kolben vorsichtig nach oben ziehst, steigt in dem Moment die schwarze Markierung mit hoch. Dein Hund bekommt 0,1 ml/kg, wenn er also z.B. 7 kg wiegen würde, dann ziehst Du die Markierung hoch bis zu 0,7 ml. LG Angelika

  6. Hallo Angelika Henning, ich habe meinen Hund 28 Tage mit Milteforan behandelt und nach 28 Tagen abgesetzt. Es ging ihm schon wieder blendent. Das war am Mittwoch 30.9. Gestern begann er wieder mit kratzen und lecken am Bauch. Die Haut ist wieder angegriffen. Ich habe noch ein Rest von dem Milteforan, was ich ihm geben könnte. Es reicht nicht für eine Behandlung bis zum 35. Tag. Wenn ich morgen zum Tierarzt gehe, hat er das Medikament nicht vorrätig und ich muss 10-14 Tage warten bis er es aus der Europa-apotheke bekommt.
    Nun meine Frage. Gebe ich meinem Hund das Medikament? Kann ich es irgendwoher schneller bekommen?
    Liebe Grüße Madeleine

  7. Liebe Angelika, ich habe nun gerade die Tipps zur Gabe von Milteforan gelesen. Cajos bekommt dann zusätzlich weiterhin 2x 1 Allopurinol. Und er bekommt als Magenschutz täglich 1 Tablette Pantoprazol. Kann ich weiter geben, auch mit Milteforan?
    Bei den schlechten Nierenwerten von Cajos wäre Katzenfutter o.Ä. doch nicht gut, oder😖❓Ich habe Angst, dass ich das Zeug nicht in ihn reinkriege🙄. Er frisst ja sowieso ganz schlecht…
    Jetzt hätte ich Dir gerne mal ein Foto angehängt. Aber das geht hier scheinbar auch nicht. Schade.
    Liebe Grüße, Ulli mit Cajos aus Essen
    Die hier angegebene Mailadresse ist meine private! Hierüber könnte ich dann auch Foto/Video schicken😉

    1. Hallo Ulrike, ja Allopurinol weiter und das Pantoprazol auch. Das Pantoprazol sollte ja eh gleich nach dem Aufstehen gegeben werden, Futter gibt es ja etwas später. Von welchen schlechten Nierenwerten sprichst Du? Schreib mich doch noch einmal per Mail an. LG Angelika

      1. Liebe Angelika.

        Mein Hund bekommt jetzt auch Milteforan, weil Allop. nicht mehr gereicht hat. Seine Symptome wurden schlimmer: Ohren/Haut und Anämie. Niere und Leber sind noch ok.
        Du schreibst oben, dass man Allo zusätzlich zu Milte gibt – generell?

        LG und alles Gute für Alle!

      2. Allopurinol als Basismedikament wird auch während der Behandlung mit einem Leishmanizid wie Milteforan weiter gegeben, in der normalen Dosierung von ca. 20mg/kg/Tag. Nur wenn es ein Problem damit gäbe, wie z.B. starke Kristallbildung, die anders nicht in den Griff zu kriegen wäre, kann man das Allopurinol währenddessen in der Dosierung herab setzen.
        LG Angelika

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