Laborpreis Berechnung Tierarzt

in §1 (2) der  GOT  (deutsche Gebührenverordnung für Tierärzte) ist extra aufgeführt, in welcher Höhe der Tierarzt Fremdkosten z.B. für Labore zu berechnen hat. Hier heißt es:

Der Tierarzt darf liquidieren:

  • ……..
  • Barauslagen: z.B. Porti und Kosten der Untersuchungen in Fremdlabors.     Gebühren erhebt der Tierarzt lediglich für eigene Leistungen und Leistungen, die unter seiner Aufsicht (z.B. von Tiermedizinischen Fachangestellten) erbracht werden. Fremde Leistungen erhebt der Tierarzt nicht über Gebühren, sondern als Auslagen in Höhe der tatsächlich entstandenen Kosten. Barauslagen, auch Porti, sind i.d.R. umsatzsteuerpflichtig.

Bedeutet, dass Laborleistungen nur zu den Kosten weiter zu berechnen sind, die dem Tierarzt real entstehen!

Nun ist es so, dass die Preislisten der großen Labore immer eine Spalte „Nettopreis Tierarzt“ und weitere Spalten wie „Nettopreis Tierhalter“ und „Bruttopreis Tierhalter“ oder „TA netto“ und „TH brutto“ enthalten. Dies deshalb, weil man auf dem Untersuchungsauftrag ankreuzen kann, ob die Rechnung an den Tierarzt oder an  den Tierhalter direkt zu stellen ist. In dem Fall der Rechnungsstellung direkt an den Tierhalter, nehmen die Labore verständlicherweise einen Aufpreis. Dieser beträgt i.d.R. bei den großen Laboren 40 %.

Leider ist das Prozedere scheinbar nicht allen Tierärzten bekannt, und so verfallen einige dem Irrtum, dass die Spalte „Nettopreis Tierhalter“ oder „TH brutto“ die Preise enthält, die sie dem Tierhalter berechnen sollen. Das ist aber lt. GOT nicht korrekt und von den Laboren so auch nicht gedacht.

Das ist auch eigentlich in den Preislisten der Labore mal mehr, mal weniger deutlich gekennzeichnet:

So ist z.B. bei IDEXX der „Bruttopreis Tierhalter“ mit einem * gekennzeichnet, und die dazu gehörige Erläuterung ganz unten auf der Seite heißt: „ * Preis bei Rechnungsstellung an den Tierhalter durch IDEXX GmbH“.

Bei Laboklin ist es bereits dadurch besser gekennzeichnet, dass nur der Bruttopreis gelistet ist, was deutlicher ist und die TA diesen ja sonst erst auf netto umrechnen müssten. Und auf der Homepage von Laboklin weist das Labor deutlich darauf hin: „…Bei Rechnungsstellung an den Patientenbesitzer gilt der 1,4-fache Satz zzgl. gesetzlicher Mehrwertsteuer.“

Es kommt z.T. vor, dass Tierärzte manchmal sicher aus Unkenntnis, den Preis berechnen, den das Labor bei Rechnung an den Tierhalter berechnen würde wegen extra anfallendem Aufwand (also den um 40% erhöhten).

Ich bitte daher alle Tierärzte, sich die Preislisten der Labore diesbezüglich noch einmal genau anzusehen. Die Kosten für Analysen machen bei LM-Hunden eh schon einen großen Anteil aus.

Tierhalter sollten daher bei Zweifel ruhig ihren Tierarzt einmal direkt nach der Art der Abrechnung der Laborkosten befragen. Laborkosten müssen in der Rg. des Tierarztes einzeln aufgeführt werden. Sollte nur ein Gesamtposten „Rechnung Fremdlabor“ auftauchen, so ist dieser mit der Kopie der Labor Rechnung zu belegen.

Bildnachweis: © Henrik Dolle – fotolia.com

2 Kommentare

  1. Das ist interessant! Vielen Dank für die Erläuterung zu dem Thema. Ich ging immer davon aus, dass TÄ die Laborkosten höher an mich weiter geben, um daran extra zu verdienen. Gibt es eine öffentliche Preisliste von Idexx? Bei der letzten Blutuntersuchung war ich leicht geschockt, wie teuer es mittlerweile ist, noch deutlich teurer als im Oktober 2017.

    1. Nein, weder IDEXX noch Laboklin machen ihre Preislisten öffentlich, im Gegensatz zu Parasitus. Bei Zweifeln bitte den TA fragen. Du bekommst eine Mail von mir.

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