Impromune

IMPROMUNE® von BIOIBERICA Veterinaria

Impromune® von Bioiberica (auch von Ecuphar) ist bereits länger bekannt als Futterergänzungsmittel zur Optimierung der Immunantwort, zur Stärkung sowohl der unspezifischen als auch der spezifischen Immunantwort, und wurde daher gern bei immunsupprimierten Tieren eingesetzt.

Als Wirkstoffe genannt pro Tablette sind AHCC mit 315 mg und Nucleoforce® mit 585 mg. AHCC ist reich an Alpha-Glucanen welche aus dem Myzel des Shiitake-Pilzes extrahiert werden, Nucleoforce® ist ein Konzentrat von freien Nukleotiden. Nebenwirkungen sind bis jetzt keine bekannt.

Einsatzgebiete bisher: Infektionsprophylaxe bei abwehrgeschwächten älteren Tieren oder Jungtieren in Stresssituationen, chirurgischen Eingriffen, Verabreichen von Immunsuppressiva, und als unterstützende therapeutische Maßnahme bei erfolgter Infektion oder bei Rekonvaleszenz.

Neue Biomarker bei LM entdeckt

Forscher der Universität Murcia haben in Zusammenarbeit mit Bioiberica in 2016 eine Studie durchgeführt, die (zum ersten Mal) die Biomarker Cupric Reducing Antioxidans Capacity (CUPRAC) und Thiol bei Hunden mit Leishmaniasis analysiert [1]. Forscher entdeckten, dass nach einer erfolgreichen Behandlung der LM die Serumspiegel dieser beiden Marker signifikant erhöht wurden, zusammen mit denen der Paraoxanase 1 (PON 1). Diese Veränderungen zeigten nicht nur eine Verringerung von oxidativen Schäden, sondern waren auch verbunden mit einer Abnahme von Entzündungen, Nierenschäden und Harnprotein (UPC).

Daraufhin wurde bei einer über 180 Tage durchgeführten vergleichenden Studie [2] an 69 „Leishmaniose-Hunden“ festgestellt, dass die gleichzeitige Anwendung von Glucantime (über 28 Tage) und Impromune (6 Monate) genau die gleichen, z.T. sogar bessere Ergebnisse erzielten in der klinischen Verbesserung und der Normalisierung der Akute-Phase-Reaktion, wie die Anwendung von Glucantime zusammen mit Allopurinol (6 Monate).

Beide Behandlungen führten zu einem erhöhten CD4 + / CD8 + -Verhältnis und zu einer signifikanten Zunahme der Serum-PON1-Aktivität. Auch das Serum-Ferritin und der CRP-Spiegel verringerten sich während der Behandlung in beiden Gruppen. Im Vergleich reduzierten beide Behandlungen die Gesamt-Serumproteinkonzentrationen, während die Albumin-Konzentrationen erhöht wurden.

Die Forscher sprechen sich dafür aus, dass es gerechtfertigt sei, die Wirksamkeit in einer längeren Studiendauer zu beurteilen. Zumindest sei basierend auf den Ergebnissen dieser Studie, die Kombination von Impromune® und Glucantime durchaus als therapeutische Alternative zu sehen, ohne die Bildung von Xanthinkristallen oder vorliegenden Unverträglichkeiten von Allopurinol.

Meine persönliche Einschätzung:

Impromune® stärkt die Immunabwehr und fördert die Th1-Antwort der zellulären Immunantwort. Es scheint einen sehr guten Einfluss auf bestimmte entzündliche Faktoren der LM-Erkrankung zu haben.

Dennoch bietet es keinen direkten Angriff auf, noch eine Entwicklungshemmung gegen die Parasiten. Insofern überzeugt die Studie mich noch nicht darin, nun Allopurinol durch Impromune zu ersetzen, wenn es nicht unbedingt nötig ist (schwere Xanthinurie oder Unverträglichkeit). Das wäre mir noch zu gefährlich. Zumal dies auch eine Kostenfrage ist, da der Preis von Impromune® pro Monat abhängig vom Gewicht des Hundes locker zwischen 30 und 60 EUR liegt.

Aber als begleitende Kur oder längere Anwendung während oder auch nach einem Ausbruch, einer leishmaniziden Behandlung, oder in den Folgejahren sollte man es auf jeden Fall ausprobieren.  Auch kann man überdenken, es in den Folgejahren als Alternative zu Leisguard zu verabreichen, da dies ja nicht von jedem Hund gut vertragen wird.

Wer also das Geld entbehren kann, sollte es durchaus, besonders bei Hunden mit Nierenproblematiken oder anderen Entzündungen wenn möglich zusätzlich einsetzen. Inzwischen haben sehr viele Hundehalter Impromune eingesetzt, zumeist eben einfach zusätzlich in Zeiten der Remission oder auch nach erfolgter Behandlung, und die meisten sind sehr zufrieden, und sagen, es hätte ihrem Hund sehr gut getan. Natürlich gibt es auch Hundehalter, die keine besondere Auswirkung entdeckt haben. Aber so ist es immer mit Mitteln für das Immunsystem, denn nichts ist komplexer und fügt sich unseren „Anweisungen“ weniger, als das Immunsystem.

Dosierung:

pro 10 kg ungefähr eine halbe Tablette, siehe Beipackzettel , rein preislich lohnt sich auf jeden Fall die Bestellung der 40 Tabletten-Größe, Bezugsquellen: über den Tierarzt oder das Internet (z.B. www.miscota.de), Preisvergleiche lohnen sich.

 


[1]. Rubio, C. P., Martinez-Subiela, S., Tvarijonaviciute, A., Hernández-Ruiz, J., Pardo-Marin, L., Segarra, S., & Ceron, J. J. (2016). Changes in serum biomarkers of oxidative stress after treatment for canine leishmaniosis in sick dogs. Comparative Immunology, Microbiology and Infectious Diseases, 49, 51-57.
[2]. Sergi Segarra, Guadalupe Miró, Luis Pardo, Ana Montoya, Silvia Martínez-subiela, Noemí Boqué, Jordi Flores, Lluis Ferrer, José Cerón, (2016). Clinical improvement and normalization of akute phase response after treatment with Glucantime and Dietary Nucleotides and AHCC in Dogs with clinical Leishmaniosis. SEVC X Southern European Veterinary conference , Granada, 22.10.2016

 

3 Kommentare

  1. Hallo Angelika,
    ich habe ein problem mit den medikamenten gegen die leihmaniose.
    mein hund hat nun schon 3x das Milteforan bekommen, aber leider hält das nicht lange an,
    am 17 dezember2018 bekam er die letzte dosis von den 28 tagen .
    (er ist ständig am niesen.) wenn er das Milteforan bekommt, hört das niesen nach ein paar tagen auf aber sobald 4 wochen vorbei sind, geht es von vorne los.
    nun möchte ich sein immunsysthem aufbauen, habe aber keine ahnung wie.
    ich habe mir vor 2 Jahren das buch von dir gekauft, aber wenn ich ehrlich bin steige ich da nicht ganz durch.
    mein kleiner wiegt 11 kilo, und bekommt jeden morgen und abend 1 allopurinol 100.
    er hat blasensteine und an den nieren kleine (tumore oder zysten).
    kannst du mir einen tip geben , was ich noch machen kann. als futter bekommt er nur das von royalcanin lowpurin trockenfutter. nun habe ich auf der seite von dir gelesen, es gibt das vetinmune es trägt infektionskrankheiten und die leishmaniose zu bekämpfen bei, und das imprmune verbessert die angeborene als auch die adaptive reaktion des immunsystems. welches der beiden wäre denn deiner meinung nach das bessere. über eine kurze antwort würde ich mich freuen.lg stella

    1. Liebe Stella, leider hat Milteforan eine hohes Resistenzproblem aufgrund der langen Halbwertszeit. Bedeutet, dass es bei jeder weiteren Gabe weniger wirkt. Außerdem beobachten wir, dass Milteforan nicht bei jedem Hund, bzw. jeder Leishmaniose gut anschlägt. Das Niesen Deines Hundes ist nicht zu Verwechseln mit Niesen aufgrund einer Erkältung und damit ein Zeichen von Immunschwäche, sondern es ist ein ganz typisches Symptom der Leishmaniose. Ich denke, es wird Zeit, die Leishmaniose nun endgültig effektiv zu behandeln. Denn auch die Dauergabe von Allopurinol führt ja jetzt schon zu Blasensteinen. Leishmaniose zeigt sich eben bei jedem Hund anders und muss individuell betrachtet und behandelt werden. Um Dir nun passend zu Deinem Hund einen richtigen Therapieplan oder Ratschläge zu geben, wäre es von Vorteil, wenn ich einmal seine Laboranalysen sehen könnte. Hast Du Lust sie mir zu schicken auf mein Mail: kontakt@leish.info ? LG Angelika

    2. Hallo Stella,
      mein Hund hat auch Leishmaniose und bekam Allopurinol. Davon bekam sie jedoch makroskopische große Blasensteine mit Blut im Urin.
      Wir nehmen jetzt ausschließlich Impromune und ihre Werte bleiben stabil.
      Ich kann dir daher nur raten es mit Impromune zu probieren.
      Alles Gute und liebe Grüße
      Sandra

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