Bravecto: das Grauen geht weiter

Bravecto® nun auch noch als Prophylaxe bei Leishmaniose?

Der Wirkstoff Fluralaner, ein Akarizid und Insektizid aus der Gruppe der Isoxazoline, wird bei Hunden gegen sogenannte Ektoparasiten angewendet. Er tötet Flöhe und Zecken innerhalb von 12 Std. nach Anheftung und Nahrungsaufnahme, also erst nachdem sie Blut aufgenommen haben und dabei evtl. bereits Krankheitserreger übertragen konnten. Denn Bravecto® hat KEINE repellierende (abwehrende) Wirkung. Stattdessen muss der systemische Wirkstoff oral aufgenommen werden vom Hund, wird dann von der Magen- und Darmwand in das Blut übernommen, von da aus in den ganzen Körper verteilt und reichert sich dann für die nächsten 12 Wochen in Fettgewebe, Leber, Niere und Muskeln an.

Statt ein wirksames Repellent als SpotOn, Halsband oder Spray zu benutzen, welches nur äußerlich angewendet wird, um den Hund eben genau vor diesen Angriffen und der damit verbundenen Übertragung von Krankheitserregern sicher zu schützen, wird der Hund über 12 Wochen innerlich einem neurotoxischen Wirkstoff ausgesetzt. Und dass das bei Hunden mit Leishmaniose und der damit verbundenen Problematik für die meist eh bereits angegriffene Leber, Magen, Darm ein Problem darstellt, kann man sich denken.

Isoxazoline wie Fluralaner (Bravecto®), Afoxolaner (Nexgard®), Sarolaner (Simparica®), Lotilaner (Credelio®)  zeigen zu häufig weit mehr Nebenwirkungen, als die Hersteller zugeben. Und diese liegen dann häufig in schweren neurologischen Schädigungen bis hin zum Tod. Wer sich hier einlesen will findet hierzu genügend Informationen im Internet und auch auf der Seite und den Dateien der Facebook Gruppe „Ist Bravecto sicher“  . Das muss man hier nicht weiter erläutern.

Doch damit nicht genug!

Eine neue Studie [1] veröffentlicht 2018 untersuchte die phlebotomine Sterblichkeitswirkung verschiedener systemischer Insektizide. Zum Einsatz kam neben Bravecto® auch Guardian®SR, Comfortis® und NexGard®. Den Hunden wurden während der gesamten Testphase an verschiedenen Tagen Blut abgenommen und den Sandmücken (Phlebotomen) gefüttert.

Ergebnis: Eine einzige Tablette Bravecto® sorgt im Blut der Hunde über 30 Tage für eine hohe Sterblichkeitsrate von 60 bis 80% bei den Sandmücken, die Blut dieser Hunde aufnehmen.

Bedeutet:

Hunde, die Bravecto® bekommen, werden weiterhin infiziert und können auch weiterhin erkranken! Daran ändert das Mittel gar nichts. Und um die Wirkung aufrecht zu erhalten, müssten sie nun auch noch statt nach 3 nun auch noch jeden Monat damit vollgestopft werden.

Aber 60-80% der Mücken sterben dann davon (persönliche Anmerkung von mir: einige Hunde dann davon auch).

Man nennt dies einen Beitrag zur öffentlichen Gesundheitsintervention einer Zoonose. Natürlich ist jeder, der in einem Endemiegebiet lebt daran interessiert, der Mückenpopulation den Garaus zu machen, um dem Problem an der Wurzel zu begegnen. Zumal inzwischen ja auch die Tiger-Mücken Einzug gehalten haben. Ich frage mich schon lange, warum auf diesem Gebiet nichts geschieht.

In Frankreich ist man da wesentlich unbefangener im Umgang damit, so werden dort immer mal wieder per Flugzeug größere Mengen des Bio-Insektizids BTI versprüht. Natürlich unter Beifall von Tourismus-Firmen, zumeist Freude von hin- und hergerissenen Anwohnern und Proteststürmen von Naturschützern.

Ich bin mir sicher, die Firma Merck Animal Health/MSD Tiergesundheit wird alles daran setzen, den Vertrieb des Produktes über dieses Argument noch weiter anzukurbeln, unbesehen der Nebenwirkungen auf die Hunde. Und wie immer werden viele Menschen und Tierärzte auf die Werbeversprechen herein fallen. Denn schaffen tut man damit nichts, dass ließe sich mathematisch leicht errechnen. Hunde werden weiter erkranken, und ein paar Mücken werden sterben. Und die Mücken, die weiter leben wollen, bedienen sich an den ganzen anderen subklinischen Trägern der Leishmanien wie Wölfen, Füchsen, Katzen, Nutztieren und eben auch am Menschen und werden weiter Leishmanien aufnehmen und sie beim nächsten Stich injizieren.

Übrigens: Ich habe mich immer gefragt, warum jemand statt eines SpotOns, eines Halsbands oder eines pflanzlichen Mittels seinem Hund ein orales Mittel wie die o.a. gibt. Bei meinem letzten Einsatz bekam ich die Antwort: „Das Zeug ist so eklig. Ich mag das nicht anfassen. Ist doch für mich viel angenehmer und einfacher mit der Tablette.“

In dem Sinne …


[1] Gomez SA, Curdi JL, Hernandez JAC, Peris PP, Gil AE, Velasquez RVO, Hernandez PO, Picado A; Phlebotomine mortality effect of systemic insecticides administered to dogs.; Parasit Vectors. 2018 Apr 5;11(1):230. doi: 10.1186/s13071-018-2820-x.

4 Kommentare

  1. Ich habe meiner 11jährigen Hündin das erste Mal Nexgard gegeben. Weiss auch nicht warum. Ein Nachbar hat mir das gesagt, dass er das seinem Hund gibt. 4 Monate später war meine Molly tot! Schlaganfälle, schwerer Taumel, teilweise Erblindung. Schwere medikamentöse Behandlung mit Kortison, Schmerzmittel, und andere hat überhaupt nichts gebracht. Ich rate inzwischen jedem Hundebesitzer davon ab, seinem Hund das Mittel zu geben. Mein Hund war vorher kerngesund!!

    1. Liebe Marina, das tut mir sehr leid für Deine Hündin und für Dich. Aber Deine Nachricht hilft, andere Hundehalter zu warnen.
      Alles Liebe
      Angelika

  2. es ist wirklich unglaublich 🙁
    Hat dieses Gift nicht schon genug Schaden angerichtet ? Nicht genug HUnde umgebracht oder todkrank gemacht

    Ich kann diese ganzen ignoranten Dummköpfe von Besitzern einfach nicht verstehen

    Danke für den Artikel Angelika

    1. Danke für Deinen Kommentar, Malu. Ich denke, die Besitzer sind halt oft Menschen, die sich auf ihren Tierarzt verlassen und selbst mit dem Internet nicht so bewandert sind. Aber dass die Tierärzte so ignorant sind, und diese Mittel weiter verkaufen, macht mich schon echt wütend.

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